Astrologie - eine exakte Wissenschaft?Über Astrologie herrschen in
der Öffentlichkeit sehr unterschiedliche Meinungen. Einige lehnen Astrologie als
Aberglaube ab, eine andere Gruppe der Bevölkerung steht Astrologie skeptisch und
abwartend gegenüber, andere wiederum glauben fast alles, was mit der Überschrift
Astrologie daher kommt.
Nach den Untersuchungen der
Meinungsforscher liest ein Drittel der Bevölkerung die
Sternzeichen-Horoskope in der Presse. Weit über der Hälfte der Menschen wissen,
was ihr Sternzeichen ist. Was ist nun an der Astrologie wirklich dran?
Wenn wir die Resultate beschreiben wollen, die Sie von der Astrologie
erwarten können, müssen wir erst mal zwischen der sogenannten "populären"
Astrologie, wie sie in vielen Zeitschriften praktiziert wird, und einer exakten
Methode unterscheiden.
Um ein exaktes Horoskop zu erhalten, werden die Geburtszeit und
der Geburtsort benötigt. Anhand dieser Daten werden der Sonnenstand, die
Positionen des Mondes und anderer Planeten bestimmt sowie weitere astronomische
Berechnungen durchgeführt. Dies wird anhand sehr genauer Tabellen, die von der
NASA zur Berechnung von Planetenpositionen herausgegeben wurden,
ermittelt.
Doch was sollen die Positionen der Himmelskörper
mit Ihren Eigenschaften, Anlagen und Fähigkeiten zu tun haben?
Bei der Beantwortung dieser
Frage müssen wir berücksichtigen, dass die Astrologie eine Erfahrungswissenschaft
ist. Sie ist fast genauso alt, wie die Menschheit selbst. In den
Jahrtausenden der Entwicklung dieses Wissens wurde immer wieder eine Beobachtung
gemacht: Himmelsobjekte haben einen Einfluss auf die Menschen.
Schon in den früheren Stadien der Kulturen wurde beobachtet, dass der Mond
eine deutliche Wirkung nicht nur auf die Ozeane hat (Ebbe und Flut), sondern
auch auf die menschliche Psyche. Die Wirkung des Mondes ist heute sogar der
äußerst skeptischen Wissenschaft bekannt - vor Vollmond steigen zum Beispiel die
Unfallzahlen. Auch wissen viele Mediziner, dass vor Neu- und Vollmond die
Blutungsgefahr relativ hoch ist.
Dass die Sonne - durch die Jahreszeiten - eine massive Auswirkung auf alles
Lebendige hat, müssen wir hier nicht erwähnen. Doch auch zum Beispiel die
Aktivität der Sonne - als eine elf jährige Periode den Astronomen bekannt - hat
eine Auswirkung auf den Wuchs der Bäume. Sie macht sich durch unterschiedlich
dicke Baumringe bemerkbar.
Unsere Vorfahren waren der Natur und damit auch ihren Zyklen fast vollständig
ausgesetzt. Dadurch wurden sie zu exzellenten Beobachtern: Aussaat- und
Erntezeiten mussten bestimmt werden, Sonnen und Mondfinsternisse wurden als
wichtige Zeichen gedeutet, Auf- und Untergänge bestimmter Planeten und Sternen
signalisierten Beginn oder Ende von Naturvorgängen, wie die für die
Landwirtschaft notwendigen Überschwemmungen des Nils.
Doch sie blieben bei der bloßen Beobachtung der Vorgänge nicht stehen. Sie
begriffen, dass alles in der Natur gewissen Urgesetzen folgt und innere
Zusammenhänge aufweist. Sie entwickelten die Lehre der Entsprechungen und der
Urgesetzen. Vereinfacht kann man diese Lehre in der Aussage wiedergeben: Alle
Vorgänge haben ihre Entsprechungen auf anderen Gebieten, die es ermöglichen,
mehr über diese Vorgänge zu erfahren.
Astrologie arbeitet also mit Analogien (Entsprechungen) und mit Archetypen
(Urprinzipien). Anhand von Entsprechungen können zwischenmenschliche Abläufe
besser erklärt werden, können sogar Lösungen angeboten werden. Urprinzipien
helfen dabei, sich selbst und die Anderen besser zu verstehen.
Astrologie kann also in unserer Hand zu einem Werkzeug werden, mit welchem
wir lernen, Gesamtzusammenhänge zu begreifen. Es kann uns durch die Aussagen der
Astrologie gelingen, unsere Probleme und Schwierigkeiten, aber auch unsere
Fähigkeiten und Begabungen als Lerngelegenheiten zu begreifen, als etwas also,
was wir assimilieren können in einem komplexen Ausdruck unserer
Persönlichkeit.